Tarot
Esoterik und Spiritualität hängen auch eng mit Hellseherei und Wahrsagen zusammen. Eines der Mittel für solche Auskünfte ist das Pendeln, ein anderes ist Tarot, eine besondere Spielart des Kartenlegens. Die Tarot-Karten werden schon seit dem Mittelalter zur Schicksalsdeutung und auch zum Aufdecken innerer persönlicher Konflikte verwendet wird.
Ursprünglich handelte es sich beim Tarot wahrscheinlich um eine ganz normales Kartenspiel, zum Wahrsagen wurde es erst eingesetzt, als das Spiel selbst an Popularität verloren hatte, was vermutlich im 18. Jahrhundert der Fall war. Um diese Zeit wurde auch erstmals ein Zusammenhang zwischen den Tarot-Motiven und der ägyptischen Mythologie hergestellt. Später verband man den Tarot auch mit Elementen der Alchemie und der Kabbala.
Ein Satz oder Deck umfasst normalerweise 78 Karten, die in die 22 großen und die 56 kleinen Arkana eingeteilt werden (arcanum ist das lateinische Wort für Geheimnis). Es gibt verschiedene Decks, die sich teilweise kaum unterscheiden, manchmal aber große Unterschiede haben. Manche Decks bestehen sogar nur aus den 22 großen Arkana. Heute werden Tarot-Decks meist mit einem dazugehörigen Buch verkauft, das die Eigenheiten des jeweiligen Decks erläutert.
Zu den großen Arkana (beim alten französischen Marseille-Tarot) gehören der Narr, die Herrscherin, der Herrscher, die Päpstin, der Papst, der Gaukler oder Magier, der Einsiedler, die Liebenden, der Teufel, der Turm, der Triumphwagen, die Gerechtigkeit, das Rad des Lebens, die Kraft, der Gehängte, der Tod, der Ausgleich, der Stern, der Mond, die Sonne, das Gericht und die Welt.
Die kleinen Arkana entsprechen ziemlich genau einem völlig normalen Kartenspiel. Die 56 Karten sind in vier Farben eingeteilt, in Schwerter, Kelche Stäbe und Münzen. Das entspricht Pik, Herz, Kreuz und Karo beim französischen Blatt oder Blatt, Herz, Eichel und Schellen beim deutschen Blatt. Jede Farbe oder auch Reihe besteht aus zehn Zahlenkarten von 0 bis 10 und vier Hofkarten. Im Marseille-Tarot stellen die Hofkarten Page, Ritter, Königin und König da.
Je nach Deck gibt es unterschiedliche Weisen, die jeweiligen Karten zu interpretieren. Oft basiert die Deutung einer Karte auf Numerologie, bei der jede Zahl eine eigene esoterische Bedeutung hat, oder aber jede Karte hat eine speziell für sie festgelegte Bedeutung.
Das Legen der Karten muss nicht unbedingt festen Regeln folgen. Man kann entweder eine einzige Karte auswählen, die einem dann etwa dabei helfen soll eine Frage zu beantworten, oder eines der vielen Legesysteme verwenden. Das einfachste davon ist das Legen mit drei Karten, bei denen die Positionen für bestimmte Einheiten stehen, also etwa für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft oder für die beiden Partner in einer Beziehung und die Umwelt.
Es gibt noch viele andere Legesysteme, die oft je nach ihrer Angebrachtheit für die jeweilige Situation vom Kartenleger ausgewählt werden. Beim Legen der Karten kann es vorkommen, dass eine Karte umgedreht ausgelegt wird, also aus Sicht der legenden Person auf dem Kopf steht. Beim traditionellen Tarot bedeutet das die Umkehr der Karte ins Gegenteil; heute werden die Karten meist einfach richtig herum gedreht oder zumindest so interpretiert, dass die ursprüngliche Bedeutung erhalten bleibt, es aber einen "problematischen Aspekt" gibt.